Was ist Roulette?
Roulette, das Spiel mit der kleinen weißen Kugel aus Elfenbein, welche durch den Croupier mit viel Schwung geworfen, sich entgegen des Uhrzeigersinns im großen Rad so lange oben dreht, bis die Erdanziehung die kleine Kugel nach unten fallen lässt und diese in eines der im unteren Teil des Rades angebrachten Fächer fällt und dort liegen bleibt, bis das Rad zum Stillstand kommt. Die Zahl, auf welcher die kleine Kugel liegt, entscheidet über Gewinn oder Verlust, denn es gibt bei diesem Spiel viele unterschiedliche Möglichkeiten des Setzens in der Hoffnung, einen möglichst großen Gewinn zu erzielen. Allerdings gibt es bei mehreren Möglichkeiten nur kleine bis mittlere Gewinne. Wer direkt auf die Zahl gesetzt hat, erzielt den höchsten Gewinn.

Die Entstehung
Oftmals wird das Roulette dem französischen Mathematiker Pascal zugeschrieben, was im Allgemeinen aber falsch ist, da Pascal ein Pionier der Wahrscheinlichkeitsrechnung ist und damit im 17. Jahrhundert eine Schrift herausbrachte, welche er “Histoire de la Roulette” nannte, aber nicht das Spiel an sich meinte. Eigentlich entstand das Spiel Roulette im 17. Jahrhundert in Italien, wo aufgrund des bereits lange bekannten Glücksrads Fortuna dieses in kleinerer Form und zudem nicht wie bisher vertikal, sondern horizontal aufgebaut wurde. Im 18. Jahrhundert kam dieses Spiel dann nach Frankreich, wo es nur in bestimmten Häusern erlaubt wurde, nachdem der damalige König vergeblich versuchte, dieses Spiel zu verbieten. Danach wurde dieses Spiel eigentlich sehr schnell verbreitet, sogar von den französischen Soldaten nach der “Neuen Welt”, nach Amerika mitgenommen, wo Anfang des 18. Jahrhunderts einige clevere Leute schnell die Möglichkeit entdeckten, mit diesem Glücksspiel recht schnell reich zu werden.

Roulette in Deutschland
Als Napoleon 1806 dieses Spiel offiziell in einem Pariser Palais zuließ, war für viele Franzosen die Welt so lange in Ordnung, bis er nach St. Helena verbannt wurde und der nun folgende König das Spiel wieder verbot. Ab 1837 etablierte sich Roulette auch in den drei großen Spiel-Casinos Baden-Baden, Bad Homburg und Wiesbaden, wo der russische Dichter Dostojewski von dem Spiel derart fasziniert war, dass er sogar die Handlung eines Romans mit diesem Spiel verband. Anfang 1842 kam der französische Mathematiker Blanc nach Bad Homburg und konnte die Betreiber der dortigen Spielbank davon überzeugen, dass zum Wohle der Spieler auf die bis dahin übliche Doppel-Null verzichtet wurde und somit das Casino nicht mehr übervorteilt werden konnte. Knapp 30 Jahre später beschloss der neu gegründete Reichstag, das Spiel ganz zu verbieten, worauf Blanc nach Monte Carlo übersiedelte und das dortige Casino zu seiner Blütezeit führte. Als 1933 die Nationalsozialisten an die Macht kamen, erteilten diese den deutschen Casinos wieder die Erlaubnis zum Betreiben dieses Spiels, um möglichst hohe Gewinne abkassieren zu können. In den Kriegsjahren und nach der Kapitulation 1945 waren alle Casinos noch bis 1949 geschlossen, ehe mit der Gründung der Bundesrepublik wieder der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. 1950 wurde dann das bis dahin schönste Casino Deutschlands in Hohensyburg eröffnet.

Das Spielfeld
Der gesamte Tisch ist mit einem langen grünen Tuch, welches im Original Tapis heißt, gespannt. Am oberen Ende ruht das große Roulette-Rad mit den eingearbeiteten Vertiefungen für die insgesamt 37 Zahlen, denn die Null wird als Zero auch als Zahl angesehen. In der Mitte des Rades befindet sich der silbern schimmernde Zylinder mit den vier Auslegern, mit denen der Croupier das Rad im Uhrzeigersinn in eine ziemlich schnelle Bewegung versetzt. Der Spielplan selbst füllt den Rest des Tuches aus. Hierauf sind nicht nur die in Dreierreihe angeordneten Zahlen von 1 bis 36 zu sehen, sondern oberhalb der Zahlenreihen nimmt die Zahl Null die gesamte Breite der Zahlenreihe ein. Links und rechts dieser Zahlenreihen befinden sich noch weitere Möglichkeiten für den Spieler, seinen Einsatz zu platzieren. Die Felder “Manque” und “Passe” stehen für die beiden Zahlenhälften, wobei “Manque” für die erste Hälfte der Zahlen, also von 1 bis 18 steht. Darunter befinden sich die beiden Felder “Pair” und “Impair”. Diese beiden Felder stehen für die geraden bzw. die ungeraden Zahlen. Die letzten beiden großen Einsatzfelder sind “Rouge” und “Noir”, also rot und schwarz und stehen für die jeweiligen farbigen Untergründe der Zahlen. Bei diesen insgesamt sechs verschiedenen Einsatzmöglichkeiten bekommt der Spieler im Gewinnfall den einfachen Einsatz ausbezahlt. Unter den großen Feldern links und rechts der Zahlenreihen befinden sich noch jeweils drei kleinere Einsatzfelder, welche sowohl links als auch rechts die gleiche Bedeutung haben. So steht das Feld “12P” für die ersten zwölf Zahlenfelder, “12M” für die mittleren zwölf Zahlen, und “12D” steht für die letzten zwölf Zahlen des Spiels.

Ablauf des Spiels
Um das Spielfeld herum haben sich die Spieler gesetzt und versuchen nun vor jedem Spiel zu erraten, in welchem Feld die kleine Kugel liegen bleibt. Wenn der Croupier die Aufforderung zu den Einsätzen erteilt, ruft er “Faites vos jeux!” Danach setzt er das große Spielrad in Bewegung, wirft die kleine weiße Kugel entgegen der Drehrichtung und ruft nun “Rien ne va plus”, was bedeutet, dass kein Jeton mehr gesetzt werden darf. Bleibt die Kugel in einer Zahlenkammer liegen, nennt der Croupier zunächst die Zahl, dann die Farbe der Zahl und anschließend die Bezeichnung der Zahlenhälfte, sowie diese Felder auf dem Spielfeld angegeben sind. Danach werden zunächst alle Jetons, die leider verloren haben, mit dem Rechen eingezogen. Erst danach werden die Einsätze mit dem Gewinn zu dem jeweiligen Spieler geschoben. Damit auch nichts schief geht und der normale Ablauf gewährleistet wird, sitzen insgesamt vier Croupiers um das Rad herum, wobei jeweils ein Croupier das Rad dreht, während ein anderer Croupier den Rechen hält und für das Einsammeln der Jetons und die Auszahlung der Gewinne zuständig ist. Es können nicht nur die direkt am Spieltisch sitzenden Spieler einen Einsatz setzen, sondern auch die dahinter stehenden Personen.

Die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten
Die Wettmöglichkeiten mit den meisten Einsätzen sind die einfachen Chancen. Diese sind die Farbfelder rot oder schwarz, gerade oder ungerade Zahlen und die erste Hälfte oder zweite Hälfte der Zahlen. Hier wird im Gewinnfall der einfache Einsatz ausbezahlt. Die beiden nächsthöheren Gewinnchancen sind die Kombinationen für das erste, zweite oder dritte Dutzend der Zahlen. Setzt also jemand auf das erste Dutzend Zahlen von 1 bis 12, so erhält er im Gewinnfall den doppelten Einsatz ausbezahlt. Daneben gibt es ebenfalls mit der 2:1-Gewinnchance das Setzen auf die sogenannten Kolonnen. Da die insgesamt 36 Zahlen in Dreierreihen angeordnet sind, bedeutet die erste Kolonne alle die Zahlen, die sich in der Reihe von 1 bis 34 befinden. Die zweite Kolonne reicht von den Zahlen 2 bis 35, während die dritte und damit letzte Kolonne die Zahlen 3 bis 36 beinhaltet. Wer nicht ganz genau weiß, wie er auf eine der Kolonnen setzen kann, schiebt er seinen Einsatz zum Croupier und bittet ihn beispielsweise mit den Worten “Colonne 34″ auf die erste Zahlenreihe zu setzen. Die nächsthöhere Gewinnquote beträgt bereits 5:1, was im Gewinnfall den fünffachen Einsatz bedeutet. Hierbei handelt es sich um zwei nebeneinanderliegende Zahlenreihen, so beispielsweise “Transversale simple” auf die Zahlenkombination von 4, 5, 6 und gleichzeitig 7, 8 und 9. Hierbei wird der Jeton genau an den Rand der beiden Zahlenreihen gelegt, sodass die eine Hälfte des Jetons auf der ersten, und die andere Jetonhälfte auf der anderen Zahlenreihe liegt.

Die höheren Gewinnmöglichkeiten
Die nächsthöheren Gewinnchancen liegen bei der Quote 8:1, wobei der achtfache Einsatz im Gewinnfall ausbezahlt wird. Hierbei setzt der Spieler auf vier Zahlen gleichzeitig, was beispielsweise bei der ersten möglichen Viererkombination “Les quatre Premiers” die Zahlen 0, 1, 2 und 3 beinhaltet. Bei den anderen Viererkombinationen setzt der Spieler seinen Jeton genau in den Schnittpunkt der von ihm gewünschten vier Zahlen, beispielsweise 13, 14, 16 und 17. Hat der Spieler einen 10-Euro-Jeton eingesetzt, so erhält er 80 Euro an Gewinn plus seinen Einsatz, insgesamt also 90 Euro zu seinem Platz geschoben. Für einen Einsatz auf eine Reihe von drei Zahlen, “Transversale Pleine”, beispielsweise die 13, 14 und 15, erhält der Spieler bereits den elffachen Einsatz. Ebenfalls die elffache Gewinnsumme bekommt der Spieler mit der allerersten Zahlenreihe “Les trois Premiers” 0, 1 und 2 ausgehändigt. Die letzten beiden Möglichkeiten bringen richtig fette Gewinne, wie beispielsweise den 17-fachen Einsatz. Diesen hohen Gewinn erzielt der Spieler mit einer zweifachen Zahlenkombination, “Chavez”, wie beispielsweise 0 und 2, 4 und 7, 35 und 36. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um zwei waagerecht nebeneinanderliegende Zahlen handelt oder um zwei übereinander befindliche Zahlen. Der Jeton wird bei diesem Einsatz genau zwischen die beiden gewünschten Zahlen gelegt. Der allerhöchste Gewinn wird natürlich bei dem absoluten Treffer von einer beliebigen Zahl, “Plein”, erzielt, denn wenn die Kugel in dem Fach liegen bleibt, auf das der Spieler gesetzt hat, bekommt er den 35-fachen Einsatz.

Ansage-, Kesselspiele und Finalen
Die Kesselspiele sind verschiedene Kombinationen der Anordnungen von Zahlen, welche sich auf dem Roulette-Rad in unmittelbarer Nachbarschaft befinden. Diese Kesselspiele werden in der Regel angesagt. Allerdings kann man besonders in einigen kleineren Spielcasinos auf speziell hierfür aufgezeichnete Felder setzen. Das “Spiel mit Nachbarn”, welches “Voisins” genannt wird, kündigt der Spieler beispielsweise mit den Worten “7-2-2″ an, was bedeutet, dass er seinen Einsatz auf die Zahl 7 sowie auf die beiden jeweiligen Nachbarzahlen setzen möchte, was im einzelnen die Zahlen 18, 29, 7, 28 und 12 bedeutet. Wer sich das Spielrad genau ansieht, kann hierbei auf sehr viele verschiedene Kombinationen setzen.

Beim sogenannten “Zero-Spiel”, welches sehr gern genommen wird, weil damit gleichzeitig die Zahl Null abgesichert ist, setzt man insgesamt 4 Jetons auf die Zahlenkombination 12, 35, 3, 36, 0, 32 und 15, wobei diese Zahlen die Null komplett einschließen. Daneben gibt es noch die beiden Kesselspiele mit den Serien, wie beispielsweise der kleinen Serie 2/5, womit hierbei die zwölf Zahlen 27, 13, 36, 11, 30, 8, 23, 10, 5, 24, 16 und 33 gemeint sind, die mit insgesamt sechs Jetons nach dem Cheval-Prinzip gesetzt werden. Die große Serie 0/2/3 beispielsweise schließt die siebzehn Zahlen 22, 18, 29, 7, 28, 12, 35, 3, 26, 0,32, 15, 19, 4, 21, 2 und 25 ein, welche mit insgesamt 9 Jetons wie nachfolgend beschrieben gesetzt werden, und zwar zwei Jetons auf die Dreierkombination 0, 2, 3, ebenfalls zwei Jetons auf das Carre 25/29, und jeweils ein Jeton auf die Chevaux 4/7, 12/15, 18/21, 19/22, und 32/35 gesetzt werden.

Im Falle eines Gewinns zählen nacheinander die Quoten wie bei den einzeln gesetzten Wetten. “Les Ophelins”, was Waisenkinder bedeutet, sind die acht Zahlen, die zu keiner der Kombinationen gehören, und zwar die Zahlen 1, 20, 14, 31, 9, 17, 34 und 6. Auf diese acht Zahlen kann der Spieler entweder acht Jetons auf die vollen Zahlen oder mit fünf Jetons auf die Kombinationen 1, sowie die Cheval 6/9, 14/17, 17/20, und 31/34, wobei die Zahl 17 mit zwei Chevals besetzt ist. Außer diesen Kesselspielen gibt es auch noch die Finalen, die ebenfalls sehr gerne gesetzt werden und zwar noch lieber als die gesamten Kesselspiele. Die Finalen bestehen aus Folgen mit gleicher Endzahl. So benötigt man beispielsweise für die Finalen 3 insgesamt 4 Jetons, welche der Spieler auf die Zahlen 3, 13, 23 und 33 setzt. Zudem gibt es auch noch die Cheval-Finalen, welche der Spieler durch den Croupier setzen lassen kann. Beispielsweise setzt man bei der Finalen 2/5 auf die Zahlen 2/5, 12/15, 22/25 und 32/35, wofür der Spieler 4 Jetons benötigt.

Zero – die Zahl Null
Wenn die kleine weiße Kugel auf die Zahl Null – oder auch Zero genannt – fällt, gewinnen nur die Spieler, die auf die Null gesetzt haben bzw. eine der Kombinationen mit der Null gewählt haben. Die Einsätze für die einfachen Gewinnchancen werden gesperrt, sind jedoch nicht verloren. Alle anderen Mehrfachchancen verlieren und werden eingezogen. Wenn ein Spieler beispielsweise auf Impair (ungerade) gesetzt hat und die Kugel fällt auf die Null, so wird sein Einsatz gesperrt. Fällt in der nächsten Runde die Kugel auf eine ungerade Zahl, so wird der Einsatz des Spielers zwar frei, doch der Spieler gewinnt nichts. Sollte die Kugel im nächsten Spiel wiederum auf eine ungerade Zahl, so gewinnt der Spieler erst jetzt. Allerdings hat der Spieler auch noch die Möglichkeit, statt des Sperrens die Hälfte seines Einsatzes zurückzufordern. Voraussetzung allerdings hierbei ist, dass sich der Einsatz auch wirklich halbieren lässt und die Hälfte mehr als der Minimaleinsatz beträgt. Eine weitere Möglichkeit für den Spieler besteht bei Fallen der Kugel auf die Null, dass der Spieler seinen nun gesperrten Einsatz auf einen anderen Einfacheinsatz verlegen lässt. Allerdings ist dann dieser Einsatz auch auf dem neuen Feld so lange gesperrt, bis die Kugel auf eine Zahl mit dem neuen Einsatz fällt.

Der Maximalgewinn
Die Spielbank legt beim Roulette einen Höchstbetrag fest, den ein Spieler bei einem Einsatz gewinnen kann, und sichert sich gleichzeitig damit ab, denn, wenn hier ohne Limit gespielt würde, könnte bei einem zu hohen Einsatz eines Spielers im Fall des höchsten Gewinns die Spielbank unter Umständen Konkurs anmelden müssen. Um diesem Horrorszenario vorbeugen zu können, hat das Casino einen bestimmten Betrag als höchstmöglichen Gewinn festgesetzt. So liegt bei einem Tisch mit dem Mindesteinsatz von 10,– Euro der mögliche Höchstgewinn bei einer 1:1-Chance bei 12.000 Euro, und bei der Gewinnquote von 35:1 bei dem Höchsteinsatz von 350,– Euro bei dem Höchstgewinn von 12.250 Euro.

Amerikanisches Roulette
Beim Amerikanischen Roulette läuft das Spiel in einem schnelleren Tempo ab, denn die Tische sind erstens kleiner, sodass jeder Spieler selber setzen kann. Zudem werden die Ansagen des Croupiers in englischer Sprache ausgerufen. Zudem ist auch die Anordnung bei den Einsatzfeldern unter und neben den Zahlenreihen eine andere. Der Croupier zeigt die Gewinnzahl auch nicht mit dem Rechen an, sondern stellt eine kleine Metallfigur auf die entsprechende Zahl. Ein weiterer Unterschied besteht bei dem Einsatz auf der Null. Hierbei wird nur die Hälfte des Einsatzes durch den Croupier eingezogen, während der Spieler die andere Hälfte zurückbekommt und auch noch neu setzen muss.