Die Geschichte der Slot-Machines
Das Glücksspiel besitzt zwei grundlegende Eigenschaften, welche zu seiner Beliebtheit beitragen. Die eine ist der Unterhaltungsfaktor und diese wird wiederum mit der Aussicht auf einen Gewinn verbunden. Diese beiden Eigenschaften in ihrer Kombination sind das Erfolgsrezept vieler Glücksspiele, darunter auch die Slots.

Dass dieses Konzept bereits vor über 2.000 Jahren entdeckt worden ist und zu dem Zeitpunkt auch die erste Form der Slot-Machines, welche bei uns zumeist als Spielautomaten bekannt sind, auftrat, wissen die wenigsten. In der Regel wird der erste Spielautomat auf das Jahr 1896 datiert. Denn zu der Zeit entwickelte der deutsche Mechaniker Charles Fey eine mechanische Slot-Machine mit dem Namen “Liberty Bell”. Er entwickelte sein sehr begehrtes Gerät in San Francisco, wo er zu der Zeit wohnhaft war. Doch die wahrhaft erste Slot-Machine wurde im antiken Griechenland im Auftrag von Priestern konstruiert. Das von den Ingenieuren entwickelte mechanische Orakel trug den Namen: “Der Wille der Götter”. Wie auch die heutigen Spielautomaten hatte das Gerät die Aufgabe, das griechische Volk zu unterhalten und durch die damalige Einzigartigkeit gleichzeitig auch zu verblüffen. Darüber hinaus konnten die Priester dank dieser ersten Slot-Machine die Kasse ihres Tempels rasch auffüllen. Doch anders als die heutigen Spielautomaten war das Gerät weniger ein Spiel, als tatsächlich eine Art Orakel, welches Aussagen über die angebliche Zukunft des Anwenders äußerte. Ähnliche Geräte sind auch heute noch auf Oktoberfesten und ähnlichen Veranstaltungen vorzufinden.

Somit ist klar, dass bereits zu sehr frühen Zeiten solche Automaten an Beliebtheit gewannen. Mit der Zeit wurden die Menschen einfallsreicher und auch die zur Verfügung stehenden Technologien nahmen zu. Wie bereits erwähnt wurde im Jahr 1886 ein weiteres fortschrittlicheres Gerät von Charles Fey entwickelt. Drei Jahre später entwickelten die Brüder Caille einen Geldspielautomaten mit dem Namen “Black Cat”. Doch das mit drei Walzen ausgestattete Gerät von Fey erfreute sich größerer Beliebtheit und wurde weltweit mehrfach kopiert. Die Entwicklung in diese Richtung bildete die Grundlage für die heutige Spielautomaten-Industrie.

Im Jahr 1907 entwickelte Herbert Mills ein neues Gerät mit dem Namen “Operator Bell”, welcher kurz darauf in Massen produziert und verkauft wurde. Diese Geräte wurden hauptsächlich in Kneipen und kleinen Spielhallen aufgestellt. Die “Einarmigen Banditen” – wie das Vorläufermodell von Fey auch genannt wurde – sind in den prunkvollen Casinos von Las Vegas anzutreffen. In den folgenden Jahren sind noch zahlreiche unterschiedliche Modelle entwickelt worden, welche jedoch keine großen Neuerungen brachten. Zu diesen gehört auch der Automat “Rotamint” aus dem Jahr 1952.

Einen weiteren Meilenstein in der Entwicklung der Spielautomaten bildete das Jahr 1963, in welchem die Firma “Bally Technologies” ein neues Gerät mit dem Namen “Money Honey” entwickelte. Das Besondere an diesem war, dass es komplett elektro-mechanisch betrieben wurde. In den folgenden Jahren wurden immer fortschrittlichere Spielautomaten entwickelt. Inzwischen existieren schon Modelle, welche über einen Touchscreen verfügen und komplett über diesen gesteuert werden.

Funktionsweise
Die verschiedenen Modelle funktionieren oft sehr unterschiedlich. Doch das bekannteste Modell und seine Nachfolger – die “einarmigen Banditen” – funktionieren mit drei oder mehr Walzen. Auf ihnen befinden sich unterschiedliche Symbole. Früher waren es meistens Früchte, heutzutage existieren zahlreiche Modelle mit anderen Symbolen. Die ursprünglichen Geräte verfügten über hölzerne oder metallene Räder, auf denen die Symbole gemalt waren. Weiterhin befindet sich an einer der Seiten dieses Spielautomaten ein Hebel, mit der er in Gang gesetzt wird. Durch diesen langen Schalter bekamen die Modelle auch ihren Spitznamen “Einarmiger Bandit” – wobei der Hebel, der eine Arm ist. Der Beiname “Bandit” steht dafür, dass die Geräte dem Spieler das Geld rauben. Die heutigen Modelle besitzen meistens einen digitalen Bildschirm, auf dem sie die Walzen mit ihren Symbolen dem Spieler präsentieren. Diese digitalisierten Modelle haben Vorteil, dass der Spieler sich zwischen unterschiedlichen Spielarten entscheiden kann.

Nachdem das Kleingeld eingeworfen und der Hebel betätigt wurde, beginnen sich die Walzen zu drehen und mit ihnen die Symbole. Das Ziel des Spiels ist es, drei gleiche Zeichen auf den Walzen zu präsentieren. Hier existieren wieder unterschiedliche Funktionsweisen. Einige Geräte sind mit einem Knopf ausgestattet mit welchem sie die nächste Walze stoppen können. Andere Geräte verfügen nicht über diesen Knopf und stoppen die Walzen automatisch. Bei den Geräten, welche über den genannten Knopf verfügen, existiert eine sehr viel höhere Gewinnwahrscheinlichkeit, da der Spieler ein gewisses Maß an Einfluss auf den Verlauf hat.

Viele der modernen Geräte, welche mit einem Display ausgestattet sind, verfügen über mehr als nur das ursprüngliche Automaten-Spiel mit den Walzen. Sie können unter anderem auch verschiedene Casino-Spiele emulieren, wie Black Jack, Poker und Roulette. Im Prinzip sind diese Geräte simple Computer mit einem festgelegten Ablauf. Auch die Anzahl der Gewinne wird mithilfe eines zufallsgenerierendem Programm bestimmt. Die Gewinnausschüttung wird entweder über eine Auszahleinheit am Automaten durchgeführt, oder das Gerät händigt dem Spieler nur einen Gutschein aus, welchen dieser beim Kassierer einlösen kann. Dieses Einlöseverfahren wird in den meisten Casinos in Las Vegas eingesetzt.

Das Gewinnen
Die Geldspielgeräte wurden so gefertigt, dass sie immer einen gewissen Prozentsatz der gemachten Einsätze wieder auszahlen. Dieser wird auch als Auszahlungsquote bezeichnet. Jeder Spielautomat besitzt seinen eigenen Quotienten, welcher von den Spielern abzulesen ist. Oftmals steht es am Gerät beziehungsweise auf dem Display des gewählten Automaten. Es existieren ebenfalls Casinos und Spielhallen, in denen der Quotient zu erfragen ist. Die Höhe der Auszahlungsquote hängt in der Regel von den staatlichen Vorgaben ab. Doch in der Regel bewegt sie sich zwischen 60 und 95 Prozent. Wobei sogenannte Online-Casinos auch in einigen Fällen auch über eine Auszahlungsquote von 98 Prozent verfügen.

In den meisten Spielbanken zahlen die Automaten 90 % der Einsätze wieder aus. Somit ist die Gewinnwahrscheinlichkeit an diesen Geräten ziemlich hoch. Dennoch ist zu beachten, dass der Betreiber der größte Gewinner ist. Denn in der Theorie zahlt ein Gerät mit 90 % Auszahlungsquote von einem Einsatz in Höhe von 100 Euro nur 90 Euro zurück. Somit gewinnt der Betreiber bei dieser Beispielsrechnung 10 €. In der Regel fallen die Gewinne für diesen jedoch noch höher aus. Denn Spielautomaten verfügen über einen sogenannten Wahrscheinlichkeitsrechner, welcher dafür sorgt, dass die maximale Auszahlungsquote von 90 % nur bei der höchstmöglichen Spielanzahl erreicht wird.

Der Wahrscheinlichkeitsrechner funktioniert wie folgt: Nachdem das Spiel beendet wurde, überprüft der Automat, ob ein Gewinn vorliegt, oder nicht. Somit wird zum einen die Gewinnausschüttung gesteuert und weiterhin wird dafür gesorgt, dass ein Gewinn nicht zu häufig eintritt. Selbstverständlich ist die Wahrscheinlichkeit für einen kleinen oder mittleren Gewinn höher, als für einen höheren. Viele geübte Spieler haben bereits erkannt, dass das Spielen an diesen Geräten eigentlich kein Spiel ist, sondern eine Wette. Denn der Spieler setzt das eingeworfene Geld auf die Gewinnwahrscheinlichkeiten. Viele denken, dass das Spielprinzip komplett auf dem Zufall basiert und somit jede Gewinnklasse dieselbe Wahrscheinlichkeit besitzt. Diese Annahme ist natürlich falsch, denn sonst könnten sich die Betreiber es sich nicht leisten, diese Automaten zur Verfügung zu stellen. Schließlich muss sichergestellt werden, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Niederlage des Spielers höher ist, sodass der Betreiber auch Einnahmen zu verzeichnen hat. Von diesem eingenommenem Geld muss er wiederum die regelmäßigen Wartungskosten bezahlen und andere Ausgaben finanzieren.

Orte
Geldspielautomaten können in unterschiedlichen Einrichtungen gefunden und genutzt werden. Unter anderem bieten einige Gaststätten solche Geldspielautomaten an. Dies sind jedoch meistens keine “Einarmigen Banditen”, sondern gehören zu einer der anderen zahlreichen Spielautomatensorten. Die Gewinnwahrscheinlichkeit bei ihnen ist im niedrigen Bereich anzusiedeln. In Deutschland sind die meisten Gaststättenautomaten mit einer Auszahlungsquote von 60 Prozent ausgestattet. Dies liegt an der geringen Anzahl an Geräten, welche eine Gaststätte anbieten kann. Denn dadurch haben sie einen geringeren Gewinn, wenn sie eine höhere Auszahlungsquote anbieten.

Ein weiterer Ort an dem Spielautomaten anzutreffen sind, sind die in Deutschland sogenannten Spielhallen. Sie verfügen ebenfalls über ein relativ geringes Kontingent an Geräten. Dieser Zustand ist der gesetzlichen Grundlage in Deutschland zuzuschreiben. Viele Geräte mit unterschiedlichen Auszahlungsquoten sind in der Regel nur in Amerika, in dem legendären Spielerparadies Las Vegas vorzufinden, denn in den Vereinigten Staaten von Amerika sind die Glücksspielgesetze vollkommen anders definiert.

Ein weiterer Ort – der eher virtueller Natur ist, ist das Internet. In diesem siedeln sich immer mehr Online-Casinos an, welche international agieren. Durch dieses weite Agierungsspektrum können diese Casinos sich die größte Auszahlungsquote leisten. Denn sie haben die meisten Nutzer und somit den größten Gewinn. Obwohl Einwohner Deutschlands diese Online-Einrichtung nutzen dürfen, ist ihre Legitimität stark umstritten. Sie werden meistens aus dem deutschlandnahen Ausland geleitet und entziehen sich somit jeglichen deutschen Gesetzmäßigkeiten.

Situation in Deutschland
Die meisten Geräte, welche in Deutschland zu finden sind, wurden von der “Gauselmann Gruppe” und “Novomatic” hergestellt. Die bekanntesten Modelle aus ihren Fabriken tragen den Namen: “Merkur”, “Novoline” und “Novostar”. In Deutschland existieren außerdem zahlreiche Gesetze, welche das Glückspiel und die dazugehörigen Automaten betreffen.

Diese Gesetze dienen hauptsächlich zum Verbraucherschutz und zur Eindämmung der Anzahl der Spielabhängigen. Die Vorschriften, welche die Geldspielautomaten betreffen, sind zum einen in der Gewerbeordnung und zum anderen in der Spielverordnung niedergeschrieben. Die Gesetze besagen, dass solche Geräte nur in Gaststätten und Spielhallen aufgestellt werden dürfen. Die maximale Anzahl pro Aufstellort beträgt in Gaststätten drei und in Spielhallen zwölf. Weiterhin ist der Alkoholausschank in Spielhallen verboten. Ebenfalls vorgeschrieben ist das Mindestalter, um an den Geräten spielen zu dürfen, dieses ist 18 – somit dürfen sich in Deutschland nur Volljährige am Glücksspiel beteiligen. Dieses Gesetz gilt außerdem ebenfalls für den Zutritt zu einer Spielhalle.

Der Staat schreibt außerdem den maximalen Einsatz, den Höchstgewinn und die Dauer eines Durchgangs vor. Weiterhin ist gesetzlich festgelegt, dass der Verbraucher pro Stunde maximal 80 Euro verlieren darf. Der Gewinn im selben Zeitintervall darf höchstens 500 € betragen. Weiterhin müssen alle Automaten bevor sie dem Endverbraucher zugänglich gemacht werden, durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt geprüft werden. Weiterhin sind die Betreiber solcher Geräte dazu verpflichtet – ebenfalls durch die genannte Staatsanstalt oder ein von ihr zugelassenes Prüforgan – die Geräte jedes zweite Jahr überprüfen zu lassen. Diese Gesetze sollen dafür sorgen, dass eine klare Grenze zwischen dem gewinnorientierten Spielen und dem kurzen Spaßspiel gezogen wird. Außerdem erhält der deutsche Staat einen besonders großen Anteil des vom Betreiber gemachten Gewinnes.

Pathologisches Spielen – Spielsucht
Die Spielsucht wird in wissenschaftlichen Kreisen als pathologisches Spielen bezeichnet. Es bezeichnet ein krankhaftes Verhalten, in dem der oder die Betroffene nicht widerstehen kann, an Glücksspielen oder Wetten teilzunehmen. Wie bereits erwähnt, dienen die Gesetze zum Glückspiel in Deutschland unter anderem der Eindämmung dieses krankhaften Verhaltens. Das pathologische Spielen ist bei Automatenspielern häufig zu beobachten. Zwar existieren genannte Gesetze, dennoch sind in Deutschland circa 100.000 Fälle des pathologischen Spielens bekannt. Zu beachten ist, dass das maßlose Spielen während schwieriger Lebensphasen oder aufgrund anderer geistiger Krankheiten, nicht als Spielsucht bezeichnet wird. Denn in diesen Fällen ist das Spielen vielmehr ein Symptom des eigentlichen Problems. Jedoch kann eine solche Phase als Übergangsphase dienen und in einer echten Spielsucht ausarten.

Aus diesem Grund sollten Gewohnheitsspieler in schwierigen Lebensphasen keine Spielhallen betreten und sich von Geldspielautomaten fernhalten. Vor allem die Spielautomaten sind bekannte Auslöser der Spielsucht. Denn durch die teilweise recht hohe Gewinnausschüttung – deren Summe sich dennoch unter den Ausgaben befindet – werden die Spieler zum Weiterspielen erheitert. Vor allem, wenn Menschen unter Depressionen leiden, verlieren sie sich oft im Spiel und verdrängen mit diesem ihre Sorgen. Durch die positiven Gefühle, welche in Spielern ausgelöst werden, wird diese Verdrängung unterstützt. Die Spielsüchtigen bemerken ihre Krankheit oft erst viel zu spät. Sie haben in den meisten Fällen das Gefühl, dass sie mehr gewinnen als verlieren. Oftmals wird ihnen ihr Zustand nicht mal bewusst, wenn sie ihr letztes Geld versetzt haben. Sie geben sich dann noch immer dem Irrglauben hin, dass sie das verlorene Geld wieder gewinnen können. Dazu leihen sie sich recht hohe Summen von Freunden und Bekannten, solange bis sie maßlos verschuldet sind. Das pathologische Spielen kann durch Psychotherapien geheilt werden.

Spieler sollten sich der Gefahr jederzeit bewusst sein und auch an Spielautomaten Vorsicht walten lassen, denn auch, wenn die Auszahlungswahrscheinlichkeit hoch erscheint, darf nie vergessen werden, dass der Betreiber mit den Geräten sein Geschäft finanzieren muss.